| Anders als viele andere Adelsgeschlechter haben die von Luxburg nie ein wirkliches Stammhaus besessen. Das Schloss Luxburg in der gleichnamigen Herrschaft am Bodensee diente dem Grafengeschlecht nur vorübergehend als Familiensitz. Graf Friedrich von Luxburg bemühte sich intensiv um den Erwerb eines angemessenen Stammhauses. Seine Suche hatte 1874 schließlich mit dem Erwerb von Schloss Aschach Erfolg. Das noch heute existierende Schloss liegt im Saaletal bei Bad Bocklet. Als Kunstliebhaber und Sammler sparte Graf Friedrich von Luxburg nicht an Aufwand, um das spätmittelalterliche Schlossgebäude für sich und seine Familie im repräsentativen Stil herrichten zu lassen. Unter der Leitung von Baurat Scherpf wurden das auf eine mittelalterliche Burganlage zurückgehende Schloss und seine Außenanlagen teils im Stil der Neogotik, teils mit Anleihen an die deutsche Renaissance restauriert. Anstelle der alten Stallungen und Brennöfen entstand ein Park im englischen Stil. Die Innenräume ließ der Regierungspräsident und nach ihm auch sein Sohn Karl Graf von Luxburg mit wertvollem Mobiliar und anderen Kunstgegenständen ausstatten. Das derart herrschaftlich eingerichtete Schloss diente den Grafen vor allem in den Sommermonaten als Familiensitz. |
Hier empfing man prominente Gäste, unter ihnen regelmäßig auch Fürst Otto von Bismarck, die sich alljährlich als Kurgäste zur Sommerfrische in Bad Kissingen einfanden. Kaiser, Könige und Prinzen, namhafte Künstler und viele andere Personen von Rang und Namen waren bei den Grafen von Luxburg auf Schloss Aschach zu Gast. 1955 vermachte Karl Graf von Luxburg (1872-1956) das Schloss Aschach mit seinen Nebengebäuden, Liegenschaften, sämtlichem Inventar und seinen prachtvollen Kunstsammlungen dem Graf-Luxburg-Museum des Bezirks Unterfranken. An diese großzügige Schenkung knüpfte der damals über 80-jährige Diplomat ein Jahr vor seinem Tod den Wunsch, das wertvolle Interieur als Zeugnis adeliger Lebenskultur zu erhalten. Mit dieser Auflage verband er außerdem die Erinnerung an das Wirken seines Vaters und an die gemeinsame Leidenschaft als Förderer und Sammler der Kunst. Seit 1957 ist Schloss Aschach als Graf-von-Luxburg-Museum des Bezirks Unterfranken öffentlich zugänglich. Dem Besucher bietet das Museum das geschlossene Bild adliger Wohnkultur im 19. Jahrhundert. Sonderausstellungen, museumspädagogische Angebote und kulturelle Veranstaltungen machen Schloss Aschach in Franken zu einem lohnenden Ausflugsziel.
Weitere nützliche Links: Die Geschichte vom Schloss Aschach
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